Zeitungssterben: death to the infidels?

Wenn an einem einzigen Tag die Tribune Company (mit Chicago Tribune und LA Times) bankrupt geht und die New York Times Company eine Hypothek auf das eigene Hauptquartier aufnehmen muss, dann braucht man keine Deutung: der US-amerikanischen Zeitungslandschaft geht es ziemlich mies. 

Die genannten Gründe sind immer die drei gleichen: die Finanzkrise zerstört nicht nur die Möglichkeiten zur Finanzierung sondern auch den Werbemarkt und sinkende Abonnentenzahlen reduzieren das Einkommen der betroffenen Unternehmen. Gleichzeitig ist das Online-Geschäft der Zeitungen noch immer nicht profitabel, während die Werbedollars ins Internet abwandern.

Und während ich eine solche Entwicklung abstrakt schon eine Weile angenommen habe, bin ich überrascht wie schnell es nun abwärts geht. Nicht zuletzt, weil es noch kein voll entwickeltes Substitutionsprodukt zum Qualitätsjournalismus gibt. Das macht die Situation nicht nur für die betroffenen Unternehmen, sondern auch für die Bürger der USA besonders unangenehm. Solch einen Ersatz hatte man schliesslich immer irgendwie angenommen – aber HuffPo, DailyKos oder Drudge können diese Lücke ebenso wenig füllen wie die online-only-Ausgaben der traditionellen Zeitungen (siehe CSMonitor). Da muss selbst ich als hartgesottener Digitalisierungsfan die Handbremse ziehen und Bauchschmerzen bekommen. 

Es wird also dringend Zeit, dass die reddit- und Digg-Leute mal die Köpfe zusammenstecken und eine Social-News-Seite entwickeln, die nicht innerhalb von Monaten zum Trollzoo degeneriert. Vielleicht sollten sie da Heise fragen.

Update: Auf CNN wünscht sich auch Eric Schmidt eine Antwort auf diese Fragen. Immerhin scheint Google aber gewillt zu sein, an einer Lösung des Problems beteiligt zu sein.

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