Friedrich Lindenberg

pudo.org

Aktion Datenpaten

Die gute Nachricht: Anfang September wird die Stadt Berlin in einem Wettbewerb zur Entwicklung spannender Stadt-Anwendungen aufzurufen. Ein Thema wird dabei Demokratie sein, also die Nutzung öffentlicher Daten für partizipative Projekte. Die Idee hatten wir auch schon, deshalb würden wir das Projekt gerne unterstützen. Die schlechte Nachricht: Wer dafür eine gute Stadt-App oder einen Mashup bauen will, braucht Daten. Andernorts haben deshalb Städte im Rahmen von Apps4Democracy-Wettbewerben einige ihrer Datenbanken zur Verfügung gestellt. Nicht so Berlin, hier fehlt der Open Data-Aspekt bisher: eine offizielle Freigabe von Daten ist bislang nicht vorgesehen. Das wollen wir ändern. Um eine Datenbasis für Berlin zu schaffen müssen wir erst mal wissen, was wo bereit steht. Und das weiß niemand so genau. Dank Fraunhofer FOKUS haben wir jedoch zumindest ein paar Hinweise, wo man mal Fragen könnte. Weil das Nachfragen aber eine Menge Arbeit ist, brauchen wir Hilfe: Wir brauchen Datenpaten, die sich einer bestimmten Informationsquelle in Berlin annehmen und herausfinden, welche Daten unter welchen Bedingugnen verfügbar sind. Wie geht das? Eigentlich ganz einfach:
  1. Wählt euch aus dieser Liste eine Informationsquelle, die ihr adoptieren wollt. Tragt euch in die Tabelle ein.
  2. Auf der verlinkten Seite findet ihr Kontaktinformationen, normalerweise E-Mail oder Telefonnummer. Von denen brauchen wir folgende Informationen:
    • Welche Informationen sind verfügbar?
    • In welchen Formaten liegen die vor? In welchen Formaten könnten sie bereit gestellt werden? (wir mögen: CSV, JSON, XSL, XML, RTF, sogar DOC. Nicht so gut: PDFs, kaputte Webinterfaces)
    • Unter welchen Bedingungen dürfen die Daten genutzt werden? Sind die Daten vollkommen offen? Ist eine Quellennennung notwendig? Ist wenigstens eine private Nutzung gratis möglich?
  3. Bitte seid höflich. Wenn euer Gesprächspartner interessiert ist, könnt ihr ihnen ja gleich etwas über Open Data erzählen. Heizdecken verkaufen wir aber nicht.
  4. Tragt das Resultat eures Gesprächs wieder in die Datenseite auf offenedaten.de ein. Falls ihr Daten zugeschickt bekommt (Spreadsheets etc.): die können wir gerne bei den Open Data Labs - unserem Archiv-Server - speichern. Kontakt.
Was wollen wir damit erreichen? Wir brauchen erstmal eine Liste aller verfügbaren Informationen in der Stadtverwaltung. Auf dieser Basis können wir dann für die Freigabe bestimmter Datensätze eintreten und mit Politik und Verwaltung in ein Gespräch kommen. Leider hat nicht mal die Stadtverwaltung selbst eine solche Liste, das heißt: was wir tun ist also nicht nur für das OpenData-Anliegen dringend notwendig, sondern auch für die Stadt interessant. Denn wer weiß: vielleicht wird so noch der eine oder andere Beamte auf die Information aufmerksam, die in der Abteilung nebenan gehalten wird. Eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2003 verpflichtet im übrigen alle Behörden der europäischen Mitgliedstaaten solche Inhaltverzeichnisse (Information Asset Register) vorzuhalten. Diese Minimalforderung ist in Berlin, ja in ganz Deutschland fast nirgends umgesetzt. Welche Schätze liegen also in den Datenbeständen der öffentlichen Verwaltung in Berlin verborgen? Helft uns, es herauszufinden: ein Telefonanruf dauert nicht fünf Minuten - und zusammen können wir so bis Anfang September das erste Berliner Informationsregister schaffen!