Adhocracy: Konzept-Diskussion

Im Rahmen eines Projekts zur Implementation einer noch umfassenderen Liquid Democracy-Plattform kommt es momentan auf der entsprechenden Adhocracy-Instanz zu einer sehr spannenden Diskussion … über Adhocracy. Nachdem ich dort zunächst einige Thesen zum Adhocracy-Design getippt hatte, freue ich mich jetzt, dass dort eine Kontroverse aufkeimt. Wer also Lust hat, ein wenig über die Grundsätze von Liquid Democracy, geheime und namentliche Wahlen, Soft Security oder kollektive Intelligenz zu diskutieren: macht mit!

(Was meint ihr, wie oft bekomme ich das Wort “Adhocracy” in einen Satz?)

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Adhocracy, zweite Version

Anm.: Dies sind Release-Notes. Für eine bessere Erklärung des “Warum?” darf ich euch an die neue FAQ verweisen.

Was ist nur aus `release early, release often´geworden? Diesmal ist es mir nicht gelungen, denn bei Adhocracy hat sich zu grundlegendes getan. Ich bin ein wenig stolz über das Ergebnis, denn ich glaube Adhocracy beta 2 ist ein Tool, welches von Gruppen nutzenbringend eingesetzt werden kann.

Was ist neu?

  • Ein besseres Interface. Es ist schick, geräumig, einfach und ein wenig geklaut. Das Ziel war, modulare Interface-Schnipsel zu haben, mit denen ich einfach neue Datenansichten entwerfen kann. Die Schnipsel gibt es nun, und bald wohl auch eine Menge neuer Ansichten.
  • Graduelle Mitgliedschaft. Wieder ein (am gleichen Ort!) geklautes Konzept; Benutzer müssen durch gute Kommentare sogenannte Karma-Punkte erwerben um auf fortgeschrittene Funktionen zugreifen zu können. So werden die aktivsten und anerkanntesten Mitglieder der Community automatisch zu deren Moderatoren.
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  • Das Wiki-Kommentar-Prinzip. Eine große Wikiseite ist leider eine schlechte Plattform für inhaltliche Diskussionen. In Adhocracy sind anstatt dessen alle Kommentare Wikiseiten, die jeder Benutzer bearbeiten kann. So soll eine strukturierte Diskussion entstehen, in der jeder zu den Argumenten eines Anderen beitragen kann.
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  • Neue Abstimmungsengine. Den Abstimmungscode habe ich einmal neu geschrieben. Davon sieht man zwar als Anwender nichts, aber das neue Modell soll es mir erlauben jederzeit unterschiedliche Wahlsysteme auszuprobieren. Und es ist weniger buggy.
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  • Mehr Dokumentation. Adhocracy hat mittlerweile eine recht umfassende FAQ, einen Bugtracker der den Fortschritt der Plattform beschreibt und sogar ein wenig API-Dokumentation für interessierte Hacker.
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    Vielen Dank an dieser Stelle an Martin, der geniale Grafiken zur Erläuterung des Delegated Voting beigetragen hat!

Und jetzt?

Doch Adhocracy ist nicht fertig, denn es fehlen noch viele essentielle Funktionen, die in den nächsten Versionen folgen werden:

  • Wahl durch Zustimmung. Bisher können Vorschläge nur einzeln bewertet werden. In Zukunft sollen Beziehungen zwischen einzelnen Vorschlägen (wie: ‘braucht’; ‘wiederspricht’) zu einem zentralen Element der Plattform werden und so logisch konsistente Entscheidungsstrukturen zu garantieren.
  • Bessere Aktivitäten-Anzeige. Adhocracy soll seine Nutzer genau informieren, wann und wo neue Beiträge entstehen, und welche Ereignisse für ihn besonders relevant sind. Schon jetzt verfügt Adhocracy über umfassende RSS-Feeds, die Nutzer auf dem Laufenden halten sollen.
  • Plattform-Integration. Die Aktivitäten wird Adhocracy nicht für sich behalten, sondern nach außen kommunizieren. Dazu soll eine Integration mit Twitter, Facebook und MediaWiki erfolgen.

Aber das ist leider ein wenig Zukunftsmusik.

Heute ausprobieren kann man dafür http://adhocracy.cc – die Live-Seite. Wer will, kann auch den BSD-lizensierten Code unter http://trac.adhocracy.de anschauen.

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Martin Dörmann: Framing für Angefangene

Immer wenn man gerade am Zweifeln ist, ob so ein Änderhaken wirklich eine gute Idee ist (Hallo, Herr Seipenbusch), stößt man auf so etwas wie den Fragenkatalog des SPD-Abgeordneten Martin Dörmann zum ZugErschwG:

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Die Volkskathedrale und der ein-Themen-Bazaar

Zweifellos einer der einprägsamsten Begriffe zum Thema Open Source stammt aus Eric Raymonds berühmten Essay The Cathedral and the Bazaar: das plausible Versprechen. Raymond beschreibt den Gedanken so:

When you start community-building, what you need to be able to present is a plausible promise. Your program doesn’t have to work particularly well. It can be crude, buggy, incomplete, and poorly documented. What it must not fail to do is (a) run, and (b) convince potential co-developers that it can be evolved into something really neat in the foreseeable future.

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Liquid Democracy

Seit bald zwei Monaten habe ich mich mittlerweile der Liquid Democracy verschrieben. Deren Ansatz ist es, Demokratie nicht als heilige Staatsform, sondern als ein besonders erfolgreiches Muster sozialer Koordination zu verstehen. Wie kann man es vielen Leuten erlauben, gemeinsam an Entscheidungen über ihr Zusammenleben mitzuwirken? Read More »

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